Audioeinführung zu "Same Same"

Shownotes

Ein Abend über die faszinierende Einigkeit der zweisamen Geschwister.

Von Castor und Pollux über die Olsen-Twins bis zu Patty und Selma: Zwillinge beschäftigen die Menschheit seit jeher. Allein in Shakespeares Stücken findet man gleich drei Zwillingspaare. In der Antike war meist ein Gott im Spiel: So war Herkules’ Zwillingsbruder Iphikles der Sohn eines Sterblichen, während der Halbgott niemand Geringeren als Zeus seinen Vater nannte. In anderen Kulturen galten sie als Zeichen von Unheil und gehörten mitsamt der Mutter beseitigt. Ob nun ein Gott oder ein Dämon mitgewirkt hatte, „normal“ kam das den Menschen nie vor. Und auch heute noch sind sie fasziniert von der besonderen Einheit, die Zwillinge bilden. Endet die individuelle Identität mit der genetischen Kopie? Und was heißt es, seit dem ersten Moment der Existenz zu zweit zu sein?

Nach Der Hamiltonkomplex, Baroque und Werther (Love & Death) kehrt die belgische Regisseurin zurück ans Schauspielhaus Bochum. In ihren Inszenierungen collagiert sie Texte, Bilder und emotionale Soundtracks und bringt nichtprofessionelle Darsteller*innen und Schauspieler*innen zusammen. Diesmal nimmt sie den Kosmos rund um Zwillinge in den Blick.

Same Same / Ein Abend mit Zwillingen / Regie, Text: Lies Pauwels / Mit: Jad Abbas, Adam Abbas, Puk Brouwers, Sophie Daehre, Marleen Daehre, Risto Kübar, Miriam Poersch, Rebecca Poersch, Mara Romei, Antonia Schnitt, Franka Schnitt, Nina Steils / Ort: Kammerspiele / Dauer: 1:50, keine Pause / Premiere: 27.06.2026

Transkript anzeigen

00:00:11: Guten Tag.

00:00:11: Hallo, liebes Publikum!

00:00:13: Wir sitzen im Tonstudio des Schauspielhauses Bochum mit vier Personen die Teil der Produktion SAME SAME sind.

00:00:21: wir haben in zwei Tagen Premiere und mit mir im Studio sitzen Lies Pauls Regisseurin von SAME SAME Kuntaschele Dramaturk und Johanna Trotszenski Bühnenbildnerinnen und Kostümbildneren des Abends.

00:00:39: Wo fangen wir an?

00:00:42: in vielen Wellen, haben übermorgen Premiere und vielleicht fangen wir dort an beim Anfang.

00:00:49: Und bei der Frage an Lies die erste allererste Begegnung mit den Zwillingen The very first meeting with the twins How was that like?

00:00:58: Vielleicht muss man da noch einmal sagen Was haben wir überhaupt vor?

00:01:03: Wir haben ein Stück vor, wir haben einen Abend vor Bei dem zwölf Menschen auf der Bühne stehen.

00:01:11: Acht davon sind Zwillinge, viermal zwei.

00:01:16: Und vier Menschen auf der Bühne sind Teil des Orsornmüllts.

00:01:20: und dann gab es ein allererstes Treffen im Herbst letzten Jahres.

00:01:24: was war es wie zu treffen?

00:01:26: Twins in one room the very first meeting?

00:01:30: Ja ist komplett absurd.

00:01:33: natürlich Du siehst alle Doppel, die sehr ähnlich sehen.

00:01:40: Aber es gibt auch eine sehr spezielle Vibe im Raum und ich denke, dass wir oft über eine spezielle Beziehung haben mit den Türen, aber wenn du das multiplierst ... Und es war auch schön, zu sehen, wie sie in der anderen Twin-Twin beobachten können.

00:02:13: Du hattest die Verbindung zwischen den Twins, aber auch die Verbnung zwischen all den Twinen.

00:02:25: Ich erinnere mich, dass ich auch gesagt habe, ich will ein Twin sein.

00:02:35: Das war eine Bedeutung.

00:02:37: Es ist so... Ja, es gibt auch viel Liebe in dem Raum.

00:02:39: Ja, das war sehr schön.

00:02:40: Und dann war ich, weil man Ideen hat, sehr intuitiv.

00:02:56: Und Lies arbeitet häufig mit nicht-professionellen Darstellerinnen.

00:03:00: Du entwickelt Stücke vom weißen Blatt Papier, das ist deine Handschrift.

00:03:05: also es gibt nicht immer selten sogar eine Stückvorlage ein Theaterstück oder einen Roman sondern es geht bei Null los fängst bei null an und hast beim Letzten Stück am Schauspielhaus mit jungen Frauen zusammengearbeitet in Werther Love and Death.

00:03:22: Da ging es um die großen Fragen der Liebe, um ausgehend von dem Werterstoff Goethe und diesmal Zwillinge?

00:03:29: Warum

00:03:30: Zwillingen?!

00:03:32: Ja, ich denke es hat einen bestimmten Licht auf was es ist um dich zu differieren.

00:03:57: Ist das korrekt?

00:03:57: Ja, um dich von der anderen aus zu differen oder du willst so sein wie die andere oder die andere sieht aus wie du und was passiert, wenn da ein anderer ähnlich

00:04:19: ist?

00:04:19: Ich glaube... Ja.

00:04:20: Ich habe da auch schon seit einigen Wochen, seit wir proben, habe ich so ein bisschen die Frage, weil Zwilling sein sozusagen als Metapher für die Queste, die Suche nach was macht uns ähnlich?

00:04:39: Was unterscheidet Ist immer schon ein wichtiges Thema in deiner Arbeit.

00:04:44: Was ist dann spezifisch hier mit Zwillingen?

00:04:46: Was ist das Unterschied zwischen zwei Schauspieler im gleichen Kostüm und die Zwillinge?

00:04:58: die gleich sind und den Menschen, die unterschiedlich sind in den Kostümen ist.

00:05:02: Ist das wir gerade durch eine Uniform die Unterschiede viel mehr sehen?

00:05:08: Und es hat man bei den Zwillingen auch.

00:05:09: aber es dauert bei uns etwas länger um sie zu unterscheiden und teilweise ist es immer noch ein bisschen schwierig um Sophie von Marlene zu unterschreiben.

00:05:18: Aber wenn man die beiden nebeneinander hat dann geht's eigentlich leichter.

00:05:24: Das geht natürlich... Die Idee dass der Zwillinge geht übersteigt die Kleidung.

00:06:03: Und von da aus haben wir uns auf die Reise gemacht, zwei Monate geprobt.

00:06:07: Johanna vielleicht erzählt so ein bisschen was zum Bühnenraum zur Welt in der die zwölf Personen auf der Bühne dann treten?

00:06:15: Was ist das für eine Welt, dein Bühneraum und deine Kostümwelt?

00:06:21: Ich wollte eigentlich einen Raum schaffen, der ein bisschen die Illusionen gibt als ob da viel passiert ist.

00:06:27: Wovon wir eigentlich nichts wissen.

00:06:29: Ein Raum mit einer Geschichte.

00:06:32: und ich weiß auch nicht, es ist mir schon öfter in den letzten Jahren Runderäume aufgefallen in Paris im Nationalarchiv oder in Antwerpen im Studio oder so, es sind eigentlich Runde.

00:06:53: Das hat was Festliches in Runderraum und das ist außergewöhnlich.

00:06:58: Das haben wir in unseren Häusern eigentlich selten.

00:07:01: Das ist eher ein Präsentationsraum.

00:07:05: und ja, so habe ich eigentlich angefangen.

00:07:09: Es ist ein Halbkreis.

00:07:12: Ich nenne es eine Art Musikzimmer.

00:07:14: Ich dachte, ich sollte eigentlich ein Rockoko in eine Rockokorausstattung bekommen.

00:07:19: Aber da hatten wir nicht genug Geld für.

00:07:21: Deswegen ist es eher ein bisschen schlichter.

00:07:29: Und die Idee ist aber dass dieser Raum gelebt, ein bisschen ausgelebt ist und jetzt mittlerweile eher so etwas wie ein Veranstaltungsraum geworden ist.

00:07:38: Der Fußboden ist aus einer anderen Zeit.

00:07:40: Der Lüster ist aus der anderen Zeit.

00:07:42: man sieht so ein paar ... Wie sagt man?

00:07:48: Praktische Gegenstände stehen.

00:07:50: Man sieht, dass da ein Fest gefeiert werden könnte.

00:07:57: Das sind Tische eingedeckt und Stühle... Da kann was passieren oder da ist etwas passiert.

00:08:07: Die Wände können wie Tortenstücke auseinanderfahren.

00:08:10: Dadurch können wir den Raum aufbrechen.

00:08:14: Er situiert sich in einer Art von ... Fantasie.

00:08:19: Es ist ein bisschen wie ein Raumschiff, das irgendwo gelandet ist.

00:08:22: Wir wissen nicht wo der Raum steht.

00:08:27: Dafür stehen eigentlich auch die ... Der Wald im Hintergrund, wenn die Türen aufgehen.

00:08:31: Das ist auch noch wichtig!

00:08:33: Dieser Halbkreis hat drei Flügeltüren, wodurch wir viele Aufgänge machen können und ich dachte vielleicht ist es schön.

00:08:41: Wir haben viele Leute und die können rein und raus gehen...

00:08:47: Und in dieser Welt top?

00:08:49: Turmen wir uns dann aus, die zwölf Menschen auf der Bühne und vor allen Dingen du Lies mit deiner Arbeit, die im Kern eigentlich immer eine Improvisation als Ausgangspunkt hat.

00:09:00: Ich würde sagen Improvisation und Musik das sind immer der Ausgangspunkt einer Szene weil es davor erstmal nix gibt dass leere Blatt zu Proben beginnen und die Proben bestehen aus Improvisionen.

00:09:13: Ja, es ist nicht

00:09:14: wirklich der Startpunkt.

00:09:16: Der Startpunkt hat schon vorhin passiert, weil ich schon sehr viel reich war und die Materialien erhielte.

00:09:22: Also versuchte ich wirklich in das Material sehr, sehr viel.

00:09:28: Und dann machen wir die Improvisationen nachher.

00:09:31: Und wenn ich jemanden sehe, versuche ich wirklich zu verstehen, was die Energien von den Leuten sind oder wer sie sind.

00:09:38: Dann habe ich mit dem... Ich hatte es schon vor.

00:09:43: Es ist ein bisschen nicht, dass die Improvisationen sind, sondern das Foto des Performancees.

00:09:53: Ich weiß bereits bevor, was der Übergang ist unter sich.

00:09:57: Aber ich weiss noch nicht, wie es so aussieht.

00:10:02: Also aber ich weiß auch, was ich für eine Suche habe.

00:10:06: Das ist auch sehr unenttäuschig.

00:10:08: Es ist ein rationales Ding, aber ich möchte nicht in einem rationalen oder emotionalen oder intuitiven Weg verstehen.

00:10:26: Improvisationen, und ich arbeite mit Musik immer.

00:10:30: Ich liebe direkt mit der Musik.

00:10:33: um etwas mit Musik zu sagen, und jetzt musst du das ein bisschen mehr machen oder das ein wenig mehr.

00:10:40: Ich denke, wenn du für Musik open bist, dann kannst du es mit dir nehmen in einer Improvisation und du bekommst die Atmosphäre.

00:10:50: Es ist eine Art Kommunikation für mich, der Musik.

00:10:55: Und es ist eine Stimme.

00:10:59: Und er ist auch ein Aktur in dem Weg.

00:11:03: Er spricht auch immer.

00:11:13: Kuhn, wie hast du das erlebt?

00:11:14: Die Proben und die Improvisation.

00:11:17: Was waren die Suchen so von denen?

00:11:25: Johanna hat geredet über einen Raum wo etwas vergessen ist.

00:11:30: So ein bisschen in die Atmosphäre.

00:11:32: Das finde ich genau eigentlich.

00:11:34: was da bei dem Bei den Proben, ich glaube das ist auch sehr typisch für die Arbeit von Lies.

00:11:43: Dass man immer auf der Suche geht nach etwas was man vielleicht noch spürt in sich aber was man vergessen hat und die Art und Weise wie man das spürts ist dann nicht die Rede oder das Ratio aber etwas anderes was zu tun hat mit mit etwas berühren.

00:12:11: ohne diese Mittel zu benutzen, die man im Alltag immer wieder benutzt.

00:12:15: Wenn man ein Gespräch hat, eine schwierige Beziehung und so weiter.

00:12:19: Man versucht immer etwas zu Wortzubringen in der Hoffnung dass es dann etwas klar wird.

00:12:27: Und in diesem Raum von Johanna und dieses Theater von Liz Pauls hat man das Gefühl, dass man mit diesen Mitteln nicht weit kommt.

00:12:38: Deswegen auch die Musik ist da, weil man ... Die Musik ist ständig da.

00:12:42: Weil in der ganzen Zeit als ein extra Spieler, als extra Performer sagt es gibt einen anderen Weg.

00:12:52: Es gibt Versuch sich zu verbinden mit etwas anderes, etwas körperliches, eine Qualität von Musik und Kostümen mit dem Raum das es da gibt.

00:13:04: Und das Schönste finde ich immer wieder, wenn da etwas stattfindet.

00:13:12: am Tisch nur mit Decks beschäftigt, das hätten wir nie gefunden.

00:13:17: Also die Bühne als einen unverfassenden Untersuchungsraum was nicht wissenschaftlich ist, was mit Intuition, mit Brühen und Emotionen, mit Erinnerungen vergessen zu tun hat, finde ich immer wieder total spannend.

00:13:37: Hättet ihr gern ein Zwilling?

00:13:40: Ich wollte immer gerne Zwilling sein!

00:13:43: Ich habe mit meiner besten Freundin, als ich zwölf, dreizehn war oder so haben wir uns immer gleich angezogen und geglaubt das Leute denken dass wir Zwillinge sind.

00:13:53: Woher das genau kommt weiß ich nicht.

00:13:54: bin auch vom Sternzeichen Zwillingen Und ich hatte auch immer gedacht, ich krieg mal ein Zwilling Ja da ist aber auch nichts

00:14:00: passiert.

00:14:05: Ich war immer zusammen mit meiner Schwester in den gleichen Kleinen und ich finde es ist horribler.

00:14:24: Ich hatte das wirklich.

00:14:27: Nein, aber wenn ich sie die erste Zeit gesehen habe, dann war

00:14:55: ich auch jemandem, der so ... Es geht um Verständnis, aber ja... Ich sage nicht, aber es ist kein Wicht oder so.

00:15:16: Das Klei von etwas, was so ähnlich ist.

00:15:20: Dass es fast eine Einheit wird.

00:15:23: Ja das war nie da aber das war natürlich immer eine Fantasie.

00:15:27: Man sucht die Harmonie irgendwie und jetzt bei den Zwillingen jetzt damit das doch irgendwie ein Geschenk weil die Intimität schon da Wenn die nur reinkommen.

00:15:45: und natürlich ist das auch, würde ich sagen nein aber wir sind nicht ähnlich.

00:15:51: Aber trotzdem ist etwas so.

00:15:53: wie Lisa gesagt es ist schon da was man als eine ganz große Qualität empfindet oder etwas mit einem Idealbild zu tun hat.

00:16:06: Und natürlich wissen wir von Idealbilden, dass die irgendwie kaputt gehen.

00:16:14: So wie Spiegel kaputtgehen können?

00:16:15: Ja, so wie ein Spiegl kaputt geht und sie mit Pzieren kaputt... Oder das sich von innen

00:16:19: nicht wie ein Ideal-Bild anfühlt.

00:16:22: Genau!

00:16:22: Aber trotzdem ist es da und ist es ganz präsent.

00:16:27: Das finde ich erst mal ein Geschenk auch.

00:16:33: All das bei SameSame im Schauspielhaus Bochum zu sehen, ab dem siebenundzwanzigsten Juni.

00:16:40: Es gibt Zwillinge es gibt Nähe es gibt Verbundenheit es gibt Individualität.

00:16:46: die großen Themen und wir würden uns freuen wenn Sie kommen zahlreich.

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